Sicher ist das, was in Kalifornien gestern entschieden wurde, nur ein Etappensieg (weshalb ich mir auch “California über Alles” als Headline verkniffen habe), und es gibt sicher noch ganz andere Ecken der Welt, wo die LGBT-Community viel größere Probleme hat als übereifrige Plakatschwinger, doch die Nachricht allein stimmt froh. Zumindest für den Moment; auch wenn ich die Ehe per se für überholt halte. (Karikatur von Daryl Cagle, via TDW. The Big Picture hatte gestern übrigens auch eine nette Fotostrecke zum Thema.)
Letzte Woche jährte sich zum 35. Mal der Fall von Saigon, das Ereignis, das faktisch den Vietnam-Krieg beendete. Das Photoblog der Denver Post und The Big Picture haben ausführliche Fotoserien, die in beeindruckender Weise den Krieg und die weltweite Protestbewegung dagegen dokumentieren, und vor allem auch eines, wie Ronny es im Kraftfuttermischwerk ausdrückte: Krieg ist Scheiße.
Es gibt eine Hamburg-Ausgabe von 50 people, 1 question. So sehr ich die Idee mag und so sehr mir die New Yorker Version gefallen hat, die fehlende Eigenständigkeit im Schema missfällt mir. Trotzdem: Man sollte mehr auf die Straße gehen und den Leuten einfach mal eine Frage stellen.
In solchen Augenblicken glaubt man wieder an die Menschheit. Da fällt die New Yorker U-Bahn aus, was macht der gemeine New Yorker: Er fängt an zu singen. Zusammen.
Ich habe ja ein gewisses Interesse an Nordkorea. Einfach, weil es so ein fürchterlich absurdes Land ist, zum größten Teil völlig irrationaler Natur und für den durchschnittlichen Westerner nicht zu verstehen. Und weil sie so herrliche Monsterchoreographien aufführen. Das ganze ist natürlich nur bedingt lustig, weil Menschen unter einem schlecht gekleideten Honk leiden. Dennoch, oder vielleicht auch grade deswegen ist der Vice Guide to North Korea äußerst sehenswert. Eine knappe Stunde lang WTF?.
Endi hat mich auf diese lobenswerte Kampagne von Kick It Out in Zusammenarbeit mit der britischen Football Association hingewiesen. Ein homophober Vollhonk pöbelt sich durch seinen Tag und die Initiatoren fragt: Warum ist es überall inakzeptabel, nur im Stadion geduldet? Besser spät als nie, sag ich da, und warte wahrscheinlich noch viel zu lange, bis der DFB auch einen solchen Schritt tut.
Simon Reynolds hatte letzte Woche auf diese Version von Blackout Crew’s “Put a Donk on it” hingewiesen. Die Nummer, zuzuordnen dem Subgenre Bouncy Techno (WTF?), ist mir bislang noch nicht aufgefallen, war aber scheinbar ein ziemlicher Hit (2009?) im Nordwesten Englands.
Grund genug für das Vice Magazine, ein Kamerateam nach Bolton zu schicken (“It’s huge up North, but down South virtually no one’s heard of it.“), um sich die Sache mal näher anzuschauen. Heraus gekommen ist nicht die erwartbare “Donkumentary”, sondern eine Sozialstudie der übelsten Sorte. Schlechte Musik, die einer Kreuzung aus Scooter und Gabba ähnelt, Arbeitslosigkeit und Steroide galore, junge Leute, die ziemlich hängen geblieben sind auf Fast Food oder anderen Drogen. Ein must see!
The Selvedge Yard hat eine ziemlich gute (und mitunter derbe) Fotostrecke mit Gangs aus den letzten Jahrzehnten, zum großen Teil aus Kalifornien. Dazwischen: Morrissey-Zitate. Passt.
Update: Da gibts noch eine zweite Serie, war mir neulich auch schon mal untergekommen, aber ich weiß grad nicht mehr wo.
Mir ist es ja immer noch nicht gelungen, ein Exemplar des sicherlich äußerst lächerlichen Business Punk zu ergattern. Dafür hab ich beim Kraftfuttermischwerk diese schöne Kurzdoku von 1985 über Londoner Punks gefunden, die aus ihrem Aussehen ein Geschäft machen.
Drüben bei Olli hab ich tolle, alte Fotos gefunden (die er wiederum im Zusammenhang mit tollen, alten Fotos gebracht hat, die ich schon mal in den Surftipps hatte). Wenn ich das richtig verstehe, handelt es sich um Fotos aus Paris (oder Frankreich?) aus der Zeit, als die Nazis dort Besetzer waren. Und zwar sammeln sich hier schöne Alltagsszenen und zeitgeschichtlich relevantes Bildmaterial.