keine toleranz für g-hot

die kombination hiphop und homophobie hat eine neue qualität erlangt. vor fünf tagen wurde bei youtube ein track des ex-aggro-künstlers g-hot eingestellt. “keine toleranz” stellt einen gut vierminütigen amoklauf gegen homosexuelle dar, wie ich ihn noch nicht gehört habe. ich gebe zu, mich im hiphop nicht zu gut auszukennen wie in anderen genres, bin mir aber sehr wohl der problematik des sexismus und der homophobie im rapgame bewusst. ich bin mir auch dessen bewusst, dass nicht alles so gemeint ist, wie es rüberkommt, und dass es auch korrekte hiphopper gibt. ich höre selbst genug davon. g-hot allerdings ruft in seinem track mehrfach offen zu gewalt gegenüber homosexuellen auf. ich hatte heute morgen das zweifelhafte vergnügen, die nummer zu hören, mir ist schlecht geworden bei so viel offenem schwulenhass. g-hot steht in seinem duktus (wenn man bei seinem minderen talent zu rappen überhaupt von duktus reden kann) in nichts dem von npd- oder kameradschafts-verlautbarungen nach. so fordert er unter anderem seine zuhörer dazu auf, schwulen den schwanz abzuschneiden, sie zumindest aber ordentlich zu verprügeln. das hat man selbst von aggrokünstlern, der speerspitze schlechten hiphops in deutschland, in der offenheit noch nicht gehört. scheinbar ist g-hot, bekannt geworden durch einen part in tomekks nummer “jump jump”, schon länger nicht mehr teil der aggro crew. angeblich fand die trennung ende letzten jahres im stillen und aus geschäftlichen gründen statt, seit dem gleichen zeitraum gehen scheinbar auch er und sein ex-homie fler aus persönlichen gründen getrennte wege.

ich bin mir bewusst, ob ich aggro mag oder nicht, dass man dem prollschuppen aus berlin nicht die entgleisungen g-hots (allein der name hat mich immer schon angeekelt) ankreiden kann, aber ich denke, es sagt schon etwas über die ausrichtung bzw. den willen zum kalkulierten risiko/zur kalkulierten provokation aus, dass sich aggro solche acts überhaupt ins haus holt. seine ansichten wird der türkischstämmige berliner ja nicht über nacht entwicklt haben. das berliner label hat sich im laufe des tages übrigens verhalten deutlich von den aussagen ihres ex-hoffnungsträgers distanziert. – die gefahr liegt in diesem fall eindeutig darin, dass er als ex-aggro”künstler” einen relativ großen bekanntheitsgrad besitzt und die kids ihm zuhören. die sind als nicht politisch gefestigte teenager empfänglich für seine menschenverachtenden ansichten. ich frage mich, wie lange es dauert, bis sich in deutschland nach einem hate crime die täter auf g-hot und seine null-toleranz-politik berufen. der track soll übrigens im herbst auf einem sampler namens “streng verboten” des labels/der crew/was auch immer suppe inna puppe erscheinen.

was tun? bei last.fm kann man g-hot entsprechend taggen (obwohl ich nicht weiß, ob es einen wortfilter bei last.fm gibt). das hat bei mir übrigens eine weitere frage aufgeworfen: gibt es eigentlich filtermechanismen bei last.fm? ich habe den service in den letzten wochen immer mehr schätzen gelernt, aber scheinbar treibt sich da auch allerlei idiotenvolk rum und man findet einträge zu einschlägig rechten bands. kritisch zwar, aber immerhin. und die entsprechenden user dazu. ich habe eine anfrage an last.fm geschrieben, bin gespannt, ob, wann, und was für eine antwort kommt. i’ll keep you posted. bei myspace kann man sein profil (den scheiß verlinke ich bewusst nicht hier) als bedenklich einstufen. am unteren ende des profils einfach “report abuse” anklicken. der track bei youtube ist schon heruntergenommen worden. da besteht also kein handlungsbedarf. stellt sich eigentlich nur noch die frage: wo wohnt eigentlich g-hot aka gökhan sensan?

eine relativ ausführliche news zum thema gibts bei laut.de.

8 Kommentare

  1. warum macht ihr dann überhaupt bios für solche arschlöcher? da seid ihr doch mitschuldig solche typen überhaupt erst gross werden zu lassen…

    meint endi

  2. gott..warum leute immer gleich mit nazitum in verbindung bringen?
    der typ ist einfach nur scheisse intolerant, immer diese inflationären Nazibeschimpfungen

  3. @endi: bis dato hatte sich g-hot nur als minder talentierter aggrorapper geoutet, mit dem bei aggro leider üblichen level an sexismus. wenn es nach mir ginge, müssten wir solchen leuten (weil sie musikalisch irrelevant sind und in ihrem einfluss auf “die jugend” fragwürdig) keine öffentlichkeit bieten. auf der anderen seite ist laut.de ein kommerzielles magazin und der leser bestimmt bis zu einem maß mit, was gelesen wird. dass der vollpfosten in zukunft kein forum bei uns bekommt, dürfte seit heute unausgesprochen klar sein. das kann man an den reaktionen der redaktionsmitglieder, die sich im forum zum thema geäußert haben (alex, freddy, vater abraham) sehen.

    @anonym: warum sich g-hot mit nazitum in verbindung bringt weiß ich auch nicht. das musst du ihn fragen.

  4. erklär mir doch mal bitte den zusammenhang zwischen hetze gegen schwule betreiben und nazi sein?

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