Spreeblick-Bashing, Letzter Teil

Ich habe mich in der Vergangenheit ja schon mehrfach über den Spreeblick aufgeregt, insbesondere über den Autor Malte Welding. Jetzt hat er sich allerdings einen nicht entschuldbaren Faux-Pas geleistet: Im Artikel “Wie man einen Krieg mit dem Iran provozieren könnte” schreibt er über den Journalisten Seymour Hersh und dessen “Enthüllung”, dass die US-Regierung angeblich verschiedene Szenarien durchspielt, wie man eben einen bewaffneten Konflikt mit dem Iran heraufbeschwören könnte. Das ganze klingt in meinen Ohren ja ein bisschen arg verschwörungs-like, aber wenn der Malte dran glauben will: Soll er doch.

Was allerdings gar nicht geht, ist der Satz, mit dem er seinen Eintrag abschließt: “Ein Szenario mit einem historischen Vorbild.” Unter dem Satz liegt ein Link, der auf den Wikipedia-Eintrag zum Überfall auf den Sender Gleiwitz verweist. Das Szenario, das Malte anspricht, sieht angeblich vor, dass amerikanische Soldaten als iranische solche verkleidet eigene Truppen beschießen. Damit zieht er ganz offensichtlich eine direkte Parallele zwischen unbewiesenen, angeblichen Plänen (die zudem ziemlich abenteuerlich klingen) einer demokratisch gewählten Regierung und dem Nazi-Regime. Der Überfall auf den Sender Gleiwitz als fingierte Aktion diente lediglich dazu, dem aggressiven, kriegerischen Expansionsdrang des faschistischen Regimes legitime Grundlage zu bieten.

Ich habe daraufhin zwei Nachrichten über das Kontaktformular an den Betreiber des Spreeblicks, Johnny Häusler, geschrieben, leider habe ich keine Antwort erhalten. Nicht nur kann Malte Welding also solchen Bullshit ein einem der klickstärkeren deutschen Blogs verbreiten, es scheint dort nicht einmal zu Diskussionen zu führen. Zumal sich in den Kommentaren die Blödheit einiger Leser überdeutlich manifestiert.

Das ganze ist in mehrfacher Hinsicht für mich persönlich schade, denn ich hatte den Spreeblick immer gerne gelesen (wenn er auch in letzter Zeit deutlich an Relevanz in meiner täglichen Lektüre verloren hat), die Site hat mich eigentlich erst dazu gebracht, regelmäßig Blogs außerhalb des Bekanntenkreises zu lesen. Auch hatte sich Johnny z.B. zu der Aktion “Du Bist Deutschland” vorbildlich kritisch verhalten. Wie dem auch sei, in der Blogroll habe ich den Spreeblick schon länger nicht mehr, jetzt fliegt er auch aus meinem Feedreader.

3 Kommentare

  1. Was da für ein Spass in den Kommentaren hockt. Köstlich.
    Die Pinkeln sich ja echt gegenseitig an. Und dass für so einen dämlichen Vergleich.
    Du hast Recht. In den ideologischen Rauschwolken die sich in den Leuten dort abspielen passt dann alles, weil passend gemacht. Solche Leute hab ich schon im Powi Studium gemieden. Wegen dem Karma und so.-(
    Raus mit dem Rehbock. Obwohl, die schreiben so schön beschissen über Fußball:-)

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