Einkaufen absurd

Einen echten WTF?-Moment hatten meine Freundin und ich heute beim Einkaufen. Obwohl in der Schweiz wohnhaft, kaufen wir ob der Nähe von Kreuzlingen und Konstanz gerne auf der deutschen Seite ein, klar, da ist es billiger. Noch mehr Geld kann man sparen, wenn man sich die Mehrwertsteuer rückerstatten lässt. Ab einer Summe über 50€ lohnt es sich: Man lässt sich im Geschäft einen grünen Mehrwertsteuer-Rückzahlungsschein ausstellen, komplett mit Anschrift des Kunden und lässt diesen an der Grenze vom deutschen Zoll abstempeln. Beim nächsten Besuch in Deutschland kann man sich dann im Geschäft die Mehrwertsteuer auszahlen lassen.

Beim Einkaufen in der Stadt heute haben wir einen solchen Mehrwertsteuer-Rückzahlungsschein verloren. K. hatte ihn schon in der Hand, nach einem Einkauf im Drogeriemarkt war er einfach nicht mehr da. Nachdem wir das definitive Abhandenkommen festgestellt hatten, schlug ich vor, schleunigst in dem Laden, in dem wir die Mwst. zurückholen wollten, vorbeizuschauen.

Dort (ein kleines Einzelhandelsgeschäft für Frauenbekleidung, Noja für die Ortsansässigen) angekommen ließ sich gerade eine Kundin einen solchen Schein auszahlen. K. sprach die Verkäuferin an, noch während sie besagte Kundin bediente und erklärte, dass wir einen solchen Schein verloren hätten. Sie möge doch bitte drauf achten, wenn ihn jemand abgebe oder einzulösen versuchte.

Die Frau mit dem anderen Schein fragte nach, wo wir unser Exemplar denn verloren hätten und faltete dabei ihren Grünen zusammen, um ihn zu verstauen. Komisch, denn nach der Auszahlung behält der Laden den Schrieb. Einen Blick auf das Papier verwerhrte sie uns auf Nachfrage. Höchst suspekt. Die Verkäuferin erkannte uns als Kunden wieder und bat die andere Frau um die – obligatorische – Herausgabe des Mwst.-Scheins.

Dieser offenbarte jetzt, dass er auf K. ausgestellt war, was mit einem Reisepass schnell erhärtet wurde. Die ertappte Dame entschloss sich jetzt, für die gut 25€, um die sie K. grade geprellt hatte, aufs ganze zu gehen. Kein Kleinbeigeben, keine Entschuldigung. Sie hätte eine Kollegin mit gleichem Namen, für die sie die Mwst. abhole. Im gleichen Haus. Aha. Meine Freundin wohnt derzeit aber alleine in ihrem Haus.

In einer aussichtslosen Situation, in der auch das böse Polizei-Wort fiel, verließ sie nach Rückgabe des Geldes polternd das Geschäft mit der Ankündigung, sie werde ihre Kollegin vorbeischicken. Der Rest der Kundschaft in dem kleinen Laden, die Verkäuferin und wir blieben mit offenen Mündern zurück.

Der Italiener auf der Hussenstraße hat uns auf den Schrecken einen Grappa geschenkt, molto gentile! – Die Moral: Dreist allein reicht nicht, völlig dumm darf man sich nicht anstellen.

1 Kommentar

  1. einfach nur irre und gott sei dank gab es die kleine eingebung, den laden sofort aufzusuchen.
    allerdings: von dem laden hab ich noch gar nix gehört ;)

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