Time flies when you’re having fun

Wow. Fünfzehn Jahre sind vergangen, seit ein Elektriker die Leiche von Kurt Cobain in einem Schuppen in Lake Washington fand. Ein komisches Erlebnis für mich damals. Ich war selbst in den USA, jedoch durch meine ultrachristliche Familie ganz weit weg von den Ereignissen, die die Gitarrenmusik in Tumult brachten. Die Ikone einer Generation war der späteren Bloodhound-Gang-Maxime “Hold your head up high and blow your brains out” gefolgt und die alternative Gitarrenmusik schien auf einmal kopflos – no pun intended.

Und heute? Grunge ist genauso tot wie seine ehemalige Lichtgestalt, einige Fossilien wie Pearl Jam regen sich zwar noch, doch eigentlich beschäftigt sich die Musikwelt längst mit anderem. Was hat Nirvana also bewirkt? Geblieben ist mit “Nevermind” eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste Platte der Neunziger, auch wenn niemand genau sagen kann, warum. Ich denke, Nirvana hat mich damals zur Gitarrenmusik bekehrt nach den popgeschwängerten Achtzigern. Auch wenn ich mich kurz nach dem Ableben des Trios neuen Helden zugewandt habe: den Smashing Pumpkins oder Radiohead beispielsweise.

Kurt Cobain ist über die Jahre mehr zum Posterboy der Generationen geworden, die sich zwar für Außenseiter halten, aber weder die Assigkeit von Punk noch die Weichlichkeit der Emos anziehend finden. Kaum ein Bild wie das schmerzverlorene Gesicht Cobains drückt die Angst und die Verzweiflung all derer aus, die weder Angst haben müssen noch Grund zu Verzweifeln haben. Kaum eine Band beruft sich heute auf Nirvana (von Navel vielleicht mal abgesehen), wer weiß, vielleicht gibt es ein richtiges Revival ja erst in weiteren 15 Jahren.

Ich selbst denke eigentlich nie an Kurt Cobain, auch wenn “Nevermind” damals der wirklich heiße Scheiß in unserer Klasse war. Dennoch, ohne ihn, Krist Novoselic und Dave Grohl würde in der Musikgeschichte ein Leerstelle klaffen. Mein Lieblingstrack von “Nevermind”.

1 Kommentar

  1. … ich war damals in Mürren im Berner Oberland beim Skien. Übers Radio erfahren und es war ziemlich der Schocker, obwohl ich nie so DER grosse Nirvana-Fan war. Aber man fand den Sound halt schon gross damals und er war sehr präsent und ohrwurmig wie heute “Love Generation” oder sonst so Schrott.
    Den zweitgrössten Promi-Tod-Schock hatte ich bei Lady Di. Den drittgrössten evtl. bei Johnny Cash (weil ich am Tag vor seinem Tod noch irgendwie an ihn gedacht habe. Und ich habe nicht so oft an Johnny Cash gedacht. Das ist dann ziemlich strange, wenn der gleich danach stirbt).
    Schöne Ostern Matze!

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