A Decade of Hits III

Dekadencharts, Teil III (Teil II hier, Teil I hier). Meine völlig subjektiven 50 Alben des Jahrzehnts, Plätze 30 bis 21.

30. Future Of The Left – Travels With Myself And Another (2009)
Die Nachfolgeband von meinen persönlichen Göttern mclusky schlug schon mit dem ersten Album “Curses” ordentlich in meinem musikalischen Kosmos ein, das Zweitwerk von diesem Jahr bestätigt den guten ersten Eindruck. Future Of The Left macht eigentlich da weiter, wo mclusky aufgehört hat: Grösstmöglichsten Lärm zu produzieren und dabei immer wieder die schöne Melodie zu suchen. Live natürlich eine Bombe. Unbedingt ansehen, wenn sich die Gelegenheit bietet! Für laut.de besprochen.

29. Radiohead – In Rainbows (2007)
Die einzige Platzierung eines der vier “regulären” Radiohead-Alben auf eben der 29. in einer Zusammenschau des Jahrzehnts spiegelt zugegebenermaßen nicht ganz meine Wertschätzung für die Engländer wieder. Ich liebe Radiohead und bin fest davon überzeugt, dass sie zu den besten Bands unserer Zeit gehören, vielleicht sogar die beste sind. Doch Radiohead sind als Gesamtpaket groß, alle Alben, über die lange Karriere gesehen formen sich zu einem herausragenden Ganzen. Live natürlich so gut wie unschlagbar, auf ihre ganz eigene Art. Für meine Besprechung bei laut.de musste ich, trotz positivem Urteil, viel Prügel einstecken.

28. Stars – In Our Bedroom After The War (2007)
Stars haben bei mir recht spät gezündet. Als ich 2006 in Konstanz in meine WG eingezogen bin, hatte Vormieterin Vicky netterweise eine Kopie der ersten Stars-Scheibe “Set Yourself On Fire” für mich hinterlassen. Nach ein-, zweimal hören, beließ ich es dabei. Richtig eingeschlagen hat dafür der 2007er Nachfolger mit seinen beiden Übernummern “Take Me To The Riot” und “The Night Starts Here”. Live erinnerte das ganze ein bisschen an The Beautiful South, und das ist durch und durch positiv gemeint. Für laut.de besprochen.

27. Arcade Fire – Neon Bible (2007)
Über Freundin Caro wiederum bin ich seinerzeit auf Arcade Fire gekommen, und dafür muss man schon dankbar sein. 2007 stand ich dann mit ihr im Arm auf dem Southside, sie heulend und Wettererscheinungen fotografierend, die extra für dieses Konzert aufgezogen waren, und auch mir stand ob der schieren Emotionalität des Moments das Wasser in den Augen. Arcade Fire zelebrieren wie niemand sonst das große Gefühl. Aber das muss ich wahrscheinlich niemandem sagen. Indie-Päpste sind sie, die Kanadier, und das völlig zu Recht.

26. Hell – Teufelswerk (2009)
Für das Konzeptalbum (TM) “Teufelswerk” legt Hell das DJ ab und produziert eine Scheibe für die Nacht (mit Bums) und eine für den Tag (mit etwas weniger Bums). Für mich eine der besten Alben des Münchners. Aber ich hab auch nicht so viel Ahnung von DJ Hell. Und wohl auch eine Platte, auf die ich ohne die Hilfe eines Elektro-bewanderten laut-Kollegen nicht gekommen wäre. Sicher die Elektroplatte des Jahres 2009.

25. Morrissey – Years Of Refusal (2009)
Regelmäßige Leser wissen: Morrissey ist Gott. Diskussionen gab es beim laut-internen Kuhhandel um die Charts allerdings viel: Welche Mozfather-Platte nimmt man rein? “You Are The Quarry” war bei den meisten gesetzt und ich erntete mit meiner Wahl der diesjährigen Scheibe eher Unverständnis. Dabei ist “Years Of Refusal” von vorne bis hinten eine Hitparade. Und so vielseitig wie Morrissey schon lange nicht mehr war (ohne dabei auf die Nerven zu gehen).

24. Gus Gus – Forever (2007)
Im Frühjahr 2007 gab es kaum eine andere Platte für mich als “Forever”. Ich war für einen Monat in Berlin und der pulsierende Diven-Techno der Isländer passte perfekt zum Rhythmus der Stadt. Der mitunter exzentrische Sound fand seine kulminierende Entsprechung später im Jahr in einem unglaublichen Konzert im Rohstofflager in Zürich mit ganzkörperneonbemalten Sängerinnen und einem Bandleader, der bei der Zugabe tatsächlich fragte: “Have you got the money?” Die Schweizer haben natürlich das Geld, wie der plötzlich im Münzregen stehende President Bongo erfahren durfte.

23. Saalschutz – Macht’s Möglich (2006)
“Ich will den ganzen Tag nur Saalschutz hörn!” Mit “Macht’s Möglich” landet Saalschutz die einzige Audiolith-Platte in den Top 50. Naja, Audiolith war die damals genau genommen auch noch nicht. Aber frenetischer Party-Technotrash aus der Schweiz gehört genau hierher. Großartiger Musikwahnsinn, dem hoffentlich noch ein drittes Album folgt. Live ein chaotischer Hochgenuss, und wenn MT Dancefloor auflegt, ist sowieso alles zu spät. Für laut.de besprochen.

22. LCD Soundsystem – Sound Of Silver (2007)
LCD Soundsystem sind wieder so Elektrolieblinge der Indies. Völlig zurecht, auch wenn mir nicht “North American Scum” als bestes Stück auf “Sound Of Silver” reinläuft, sondern der fulminante Opener “Get Innocuous!”. Und auch danach hat das LCD wesentlich mehr zu bieten als so viele Genrekollegen: Große Gefühle, Pathos, Liebeserklärungen, und Partey! Viel besser wirds nicht. Auch hier ist der Nachfolger heiß erwartet.

21. The Decemberists – The Crane Wife (2007)
Kaum eine Indiepop-Platte der letzten zehn Jahre war so verträumt wie “The Crane Wife”. Kein Wunder, basiert der Titel und der dazugehörige Track doch auf einem japanischen Märchen. Ganz, ganz großes, episches Songkino. Auch ich habe mich davon verzaubern und entführen lassen. Bei laut.de damals mit Höchstwertung. Leider höre ich die Platte heute kaum noch, weiß jemand, wie der Nachfolger klingt? Für laut.de besprochen.

Am nächsten Sonntag folgen dann die Positionen 20 bis elf.

4 Kommentare

  1. aber etwas stimmt nicht: natürlich kam die platte auf audiolith raus. die vinylversion.

  2. Na, aber gerne doch! Das mit der Vinyl hätte ich wissen müssen, Asche auf mein Haupt!

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