gestatten, seminarleiter möller!

so, dann will ich mal anfangen, meine jüngste vergangenheit aufzuarbeiten.

ende september bin ich endlich mal wieder nach berlin gefahren (das erste mal seit meinem wegzug, und ich muss sagen, es hat sich doch noch so angefühlt, als käme ich nach hause) um ein seminar der jungen presse niedersachsen (jpn) zu halten. thema: fußballkultur. im mittelpunkt sollte die frage stehen, wie sehr die wm fußballdeutschland verändert hat. wenn ich mich recht erinnere, sind wir bis dahin nicht mehr ganz vorgedrungen, aber im großen und ganzen war das seminar doch erfolgreich. organisiert (naja, was man halt so ‘organisieren’ nennt) habe ich es zusammen mit kumpel guido, ebenfalls einem alten jpnler.


guido bei der seminarvorbereitung

vielleicht sollte ich kurz etwas zur jpn sagen. die junge presse ist ein jugendmedienverband, hat mittlerweile gut über 50 jahre auf dem buckel und versteht sich nicht allein als vermittler von journalistischen kenntnissen, sondern auch als politischer jugendverband. das war jedenfalls so, als ich 1992 (glaube ich) das erste mal auf einem jahrestreffen in hannover war. seit meinem schulabgang 1997 bin ich fördermitglied, was aber intellektuell wenig befriedigend ist. was läge also näher, als selber mal ein seminar zu veranstalten. das übt und kann sogar spaß machen. mit der zeit hat sich einiges geändert und das politische moment (linke ausrichtung, natürlich) scheint ein wenig verloren gegangen, auch wenn ich mich gerne vom gegenteil überzeugen lasse.

wie dem auch sei, nach fernplanung mit guido kam ich am donnerstagabend vor dem seminar in berlin an, am freitag begann das lange wochenende mit dem treffen der gruppe in der weddinger gästeetage. immer charmant: die kennenlernspiele der jpn. sonst lief an diesem abend nicht mehr viel, der film “green street hooligans” sorgte für unterhaltung. wer sich Elijah Wood nicht gut als Hooligan vorstellen kann, sollte sich den Film ansehen, er geht erstaunlich unvoreingenommen mit dem sujet um.


die gästeetage

der samstag begann für die seminarteilnehmer recht hart, trafen wir uns doch bei der sehr gastfreundlichen naturfreundejugend, ihres zeichens initiatorin der aktion vorrundenaus. die diskutanden kamen nicht wirklich zusammen in dieser runde, die kritische haltung der nfj konnten die seminarteilnehmer nicht so ganz teilen. meine meinung dürfte dem regelmäßigen leser hier bekannt sein, darum schweige ich.


die naturfreundejugendlichen

propagandamaterial

nachmittags gings zum tebe-spiel gegen eberswalde. das spiel wurde ungefährdet gewonnen, und so langweilig, wie ich es befürchtet hatte, war es für die seminaristen scheinbar nicht.


vor dem spiel ist die welt immer noch in ordnung

das seminar im sonnigen e-block

nach dem spiel trafen wir uns in kreuzberg mit dem jugendbetreuer murat dogan von türkiyemspor. für mich persönlich das interessanteste rendez-vous des wochenendes. murat hat ziemlichen durchblick, was die jugendarbeit angeht, und auch, was den mädchenfußball und seine bedeutung für den kiez betrifft. ich war sehr positiv angetan. der samstag endete für mich mit einer flasche wein und guten gesprächen, die fitten seminarteilnehmer begaben sich auf tischkickersafari durch kreuzberg.


hat früher selber gekickt: murat dogan

der sonntag begann entspannt mit einem treffen bei birger schmidt, seines zeichens mitarbeiter beim fanprojekt berlin und exmitarbeiter beim british council. er verstand es, die seminarteilnehmer am sonntagmittag für fußballkultur zu begeistern und erzählte viel und lebhaft von brot und spiele e.v., dem berliner kulturnetzwerk libero zur wm und der filmveranstaltung 11mm.


schon sonntag mittag jut druff: birger schmidt

schön aufmerksam: die seminaristen

zurück in der gästeetage referierte endi souverän über die antirassistische arbeit von baff und fare. diese veranstaltung stieß auf deutlich mehr gegenliebe als das stelldichein bei der nfj.


endi beim referieren

gegen abend stand dann sozusagen als konzession an den mainstreamgeschmack das bundesligaspiel von hertha gegen stuttgart auf dem programm. wenn ich auf der pressetribüne in ruhe ein bier auf kosten des vereins trinken kann, lasse ich mir sogar hertha gefallen (hoffentlich liest keiner bis hierhin!).


romantik im stadion

schicke choreo

einlauf ins stadion

der einzige wermutstropfen war, dass das treffen am montagmorgen mit andreas rüttenauer von der taz ausfiel, ich weiß bis heute nicht warum. alles in allem hat mir das seminar großen spaß gemacht und ich würde es gerne wiederholen (also, mit einem anderen thema), vielleicht lässt man mich/uns ja wieder.

zustand: hungrig, die mitbewohner backen pfannkuchen
hörend: ipodmische

p.s.: wenn ich noch mehr texte vom seminar bekomme (das ganze war als schreibwerkstatt angelegt), kommen die auch hier rein. als journalistische rundschau sozusagen.

p.p.s.: mehr fotos vom seminar gibts bei mir bei flickr

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