riga (2.tag)

die erste nacht haben wir – trotz lauter strasse direkt vor der haustuer und tropischen temperaturen – gut ueberstanden und auch das andere b in b&b erwies sich als durchaus brauchbar, auch wenn j. die etwas ominoes aussehende wurst verschmaehte. danach ging es wieder in die innenstadt, auf der suche nach dem jugendstil, fuer den riga in allen reisefuehrern so geruehmt wird.

nach dem vergeblichen versuch, eine gefuehrte stadttour durch das jugendstilistische riga zu finden, machten wir uns auf eigene faust auf. angeblich ist gut ein drittel der alten bausubstanz dem jugendstil zuzuschreiben, wobei die stilart hier recht grosszuegig interpretiert wird. nichtsdestotrotz finden sich ueberall schicke, pompoese haeuser, die mitunter an wien erinnern.

nach einem gang durch die alberta iela (albertstrasse), die nur aus jugendstilhaeusern besteht, sahen wir uns das juedische museum der stadt an, das auf eigeninitiative der juedischen gemeinde zurueckzufuehren ist. erfreulicherweise wird das unterfangen von zahlreichen organisationen aus deutschland unterstuetzt. das museum selbst ist recht klein aber vollgestopft mit informationen, und der teil ueber die shoah geht einem trotz der staendigen arbeit am denkmal nahe.

so etwas wie juedisches leben gibt es in riga wieder, allerdings haelt die orthodoxe gemeinde ihre gottesdienste in einer von aussen ziemlich heruntergekommenen synagoge, der einzigen, die den wahn der nazis ueberlebt hat (sie wurde nur deshalb nicht angezuendet, weil eine benachbarte kirche um ihre gebaeude fuerchtete). auch hierzulande muss die synagoge von der polizei geschuetzt werden, vor dem gebaeude steht ein wohnwagen (!) der polizei.

zu den netten eigenschaften der rigaer gehoert, dass sie ueberall hin blumen mitbringen. das hat etwas sehr gastfreundliches. und der hauptzeitvertreib der jugend besteht scheinbar darin, an strassenecken aus fahrbaren truhen eis zu verkaufen oder ihren klassischen musikunterricht auf die strassen der altstadt zu verlegen.

zu den weniger netten eigenschaften gehoert das betteln (was aber wirklich wenig vorkommt). das geht so: erstmal trinkt sich der schnorrer so richtig einen an. dann tritt er seinem opfer gegenueber und radebricht etwas von seiner frau und wie schlecht es ihr geht, um einem dann, wenn man ihn zurueckweist, geschlechtsverkehr mit nahen verwandten anzudichten. (file under: schlechte geschaeftsideen)

ansonsten ein sehr schoener, heisser tag in riga, der heute etwas sanfter aussieht. wir fahren nach jurmala!

(fotos gibt es, sobald ich ein kabel auftreiben kann!)

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