riga (1. tag)

da sind wir also. ich hatte keine ahnung, was ich erwarten sollte, aber das hatte ich so nicht erwartet! nach abartig fruehem aufstehen (3.30 uhr) und halbstuendig verzoegertem abflug landeten wir ausgesprochen smooth auf lettischem asfalt. der gluehte bereits um 9.30 uhr, und das ganze sollte sich im laufe des tages in ein crescendo hoellischer hitze steigern. waehrend sich deutschland gerade wieder etwas abkuehlt, brennt das baltikum. in kuerzester zeit voellig durchgeschwitzt, kommen wir relativ bedient in der stadt an der daugava an.

unterwegs haben wir schon bekanntschaft mit der netten fahrkartenverkaeuferin im bus gemacht (ja, hier gibt es tatsaechlich noch jemanden, der im bus rumgeht, und tickets verkauft. sicherlich das einzig wirklich wirksame mittel gegens schwarzfahren), die mir den fuenf-lats-schein nur mit 10-sentima-stuecken herausgeben konnte. mit den taschen voll muenzgeld kamen wir also in der barona in unserem b&b an und waren auf dem weg schon erstaunt ueber das bild, das sich uns bot.

in der innenstadt angekommen sprang gleich ein junger typ auf uns zu und fragte uns, ob er uns weiterhelfen koenne. klar. der wollte uns a) anschnorren, b) ein zimmer in einem heruntergekommenen backpackers andrehen, c) beklauen. weder, weder, noch, er war einfach nur nett. darueber hinaus hatten wir nicht im geringsten das gefuehl, irgendwo in osteuropa zu sein, in riga scheinen wohlstand und moderne schneller einzug gehalten zu haben als in bitterfeld.

a propos bitterfeld. der einfluss der deutschen ist nicht zu uebersehen in riga und so war es nicht verwunderlich, dass wir sogar schon die bremer stadtmusikanten gesehen haben. wahre kuenstler sind uebrigens die rigaerinnen, die es trotz durchgehend kopfsteingepflasterter strassen schaffen, sich ohne baenderrisse und knoechelbrueche auf 2 meter hohen stilettos fortzubewegen.

die stadt selbst ist nicht umwerfend schoen aber sehr interessant, die leute relativ freundlich und sie fahren alle protzige, grosse karren. essen kann man gut und verhaeltnismaessig guenstig, und nur die tastatur nervt. das b&b verspricht auch einiges, auch wenn wir bisher nur das eine der beiden b kennen gelernt haben. morgen wissen wir mehr. dann geht es auf die jagd nach jugendstilhaeusern und wenn wir ganz mutig sind, halten wir den grossen zeh in jurmala in die ostsee. gute nacht, westeuropa!

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