Street-Art-Doku auf Arte

Gestern Abend lief also die (nicht nur von mir) mit Spannung erwartete Doku über Street Art auf Arte. Mein Urteil: Solide, kein Überhammer, man kann eine Stunde allerdings auch schlechter verbringen. Gute Punkte: Es ging nicht nur, im Gegenteil eher nur am Rande, um Graffiti, sondern mehr um Stencils, Adbusting und Wheatpasting, aber auch um aktionistisches Zeugs (in einem großen roten Kubus in der Moskauer U-Bahn stehen, Häuserwände mit bunten Pfeilen beschießen).

Ich kenn mich selbst nicht sehr gut aus, mir scheint aber, dass mit Blek Le Rat nur ein “Superstar” der Szene aufgegriffen wurde, jemand wie Banksy viel völlig durch das Raster. Auch gut: Die Thematisierung der Kommerzialisierung. Adidas geriert sich als Patron der Street Art, das ist ziemlich ekelig. Auf der anderen Seite wird aber auch angerissen, ob es okay ist, sich Street Art anzueignen, oder ob sie im öffentlichen Raum verbleiben soll. Ich weiß es nicht. Sieben Tage lang gibt es die Doku auf Arte noch zu sehen.

4 Kommentare

  1. Das Banksy nicht thematisiert wurde, hat mich wenig gestört, schliesslich wird sonst überall Streetart und Banksy in einem Satz genannt. Banksy kennt fast jeder, Blek le Rat nur, wer sich zumindest ein wenig mit der Streetart Szene befasst hat. Somit symbolisiert er gerade noch etwas zwischen Mainstream und Underground (Wenn man das so nennen mag). Er war ja auch einer der ersten, die Stencil gemacht haben (in dieser Form) und selbst Banksy wurde von ihm Inspiriert. Somit passt er besser in die Rolle eines Streetartists wie in die Doku gebraucht hat. Quasi als Stimme des Erfolgreichen, aber nicht als Stimme des Stars. Dann kann man sich noch fragen, ob Banksy so einen Film überhaupt noch nötig hat :P Möglicherweise wäre die Doku mit Banksy auch völlig anders wahrgenommen, und „gebanksyhyped“ worden und die anderen Künstler wären neben ihm völlig untergegangen.

    Ob Streetart auf der Strasse bleiben soll, kommt meiner Meinung nach ganz aufs Objekt an. Interagiert es mit der Umgebung soll es bleiben wo es ist. (Hier ist zum Beispiel der schlafende Mann von Blek le Rat zu nennen, der unter der Brücke schläft.)
    Könnte es genauso gut woanders platziert werden, kann es auch in eine Galerie.

    Ein Satz der Macherin des Adidas Urban Art Guides hat mich schon sehr irritiert. „Sie sollen froh sein, dass wir und um sie kümmern“ oder so ähnlich. Hab es nicht mehr genau im Kopf.
    Tönt für mich nach krasser Bevormundung, schliesslich wurden die Künstler nicht gefragt ob sie „Hilfe“ brauchen..

    Schade habe ich gefunden, dass Sticker gar nicht thematisiert wurden.

    Just my 2 Cents =) So viel wollte ich gar nicht schreiben…

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  4. Bin in allen Punkten voll und ganz deiner Meinung, Paxx. Und du musst halt noch ein bisschen stickern gehen … ;)

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