a ball and a yard of grass 3

abpfiff. frankreich spielt nullnull gegen die schwyzer. reschpekt! aber: lieber herr frei, wenn man die hand gottes bemüht, sollte man doch bitte sicherstellen, dass der ball auch ins tor geht, und nicht daran vorbei.

so, dass das aktuelle. mein pub-viewing-versuch gestern war mäßig zufrieden stellend. im köh, meiner favorisierten billard-kneipe, war zwar alles so, wie es sein sollte: fette ledercouchen und -sessel in position vor einer großen leinwand. allein die leute fehlten. zeitweise saß ich mit kollege martin g. zu zweit vor der übergroßen flimmerkiste. klar, dass da keine stimmung aufkommt. lustig: irgendwann zur zweiten halbzeit kam eine schulklasse (?) amerikaner herein, die kurz was tranken, den alkohol offensichtlich nicht vertrugen – einer von ihnen kommentierte das spiel immer wieder mit “italy, baby, italy”-rufen – und dann beim gehen halb die zeche prellten. das spiel war ja auch nicht wirklich der rede wert.

heute also, nachdem sich auch die grande nation “blamiert” hat, endlich brasilien. nicht dass ich ein fan wäre, aber ich bin ja immer noch der überzeugung, dass heute abend der zukünftige weltmeister spielt. wir werden sehen. dem brasilianer-aufkommen in der stadt nach zu urteilen müsste heute ein guter tag sein, um eine militärische invasion des größten südamerikanischen landes durchzuführen. außer ein paar kautschukkauenden indios (das soll weder kautschukkauen noch indios herabsetzen, vielmehr die sozialen verhältnissen im schwellenland am amazonas anprangern) ist heute ganz brasilien in berlin. ich habe nichts gegen die brasilianer und bewundere mitunter ihren absoluten willen zu schnörkelreichem, schönen fußball, aber das getue rund um die selecao geht mir tierisch auf die eier, die olli kahn einst so vehement forderte. das eindecken jeden körperteils mit grün oder gelb, das naive bild vom ständig karneval feiernden brasilien, dass man in deutschland hat und als bewussten gegenpol zur teutonischen verkrampftheit gerne zur schau stellt, nach dem motto: “hey, wir deutschen können auch locker und beschwingt sein.” und dann der samba. ich hasse samba. ich spüre eine tief sitzende verachtung für jeden, der in debiler manier auf irgendwelchen trommeln herumhämmert und meint, er transportiert damit den esprit von rio. aber, was sag ich, wenn ronaldinho den ball mit dem außenrist streichelt, schnalze ich doch mit der zunge.

heute ist mir gleich zweimal aufgefallen, dass die berliner sich den slogan “die welt zu gast bei freunden” tatsächlich zu herzen genommen haben. zumindest scheint es so, wenn ein alter man zwei unschlüssig auf den stadtplan sehende brasilienfans auf spanisch anspricht, wo sie denn gerne hinwollten, und in der u-bahn ein unwesentlich jüngerer herr ein anderes brasilianerpaar auf französisch den weg durch berlin beschreibt. die hugenotten hatten doch einen guten einfluss auf diese stadt.

übrigens bloggt seit gestern der afrob bei laut.de. der erste beitrag war eher mau, was sich auch aus der kommentarliste ablesen lässt. was mir etwas sorgen macht ist die tatsache, dass das sehr schöne tourblog von frank spilker kaum kommentiert wurde. was für ein bild zeichnet das von den laut-lesern? ich schweife ab. der blumentopf hat noch keine neue raportage vom stapel geschoben. dafür hat der toco schon ein spiel live gesehen. ich warte auf einen spielbericht und sage: vällkommen tillbåka i tyskland!

zustand: brasil …
hörend: mozza jault irgendwas von “ask me”

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