a ball and a yard of grass 2

hab ich gesagt, ich würde regelmäßig schreiben? ok, regelmäßig ist ja nicht gleich oft … was hat das erste wm-wochenende gebracht. die erkenntnis, dass es keine “kleinen” mannschaften mehr gibt ( (c) rudi völler), das aber die “großen” teams durchaus in der lage sind, spiele zu gewinnen, ohne schön zu spielen (s. england, holland, deutschland, argentinien, portugal). viel gesehen habe ich noch nicht, da am freitag und samstag arbeit auf dem tagesplan stand. dafür konnte ich eindrücke am denkmal sammeln: über dem adlon weht seit freitag nicht mehr die deutschlandflagge, sondern die der fifa. dafür sieht man sonst überall schwatz-rot-gold. in perücken-, blumenketten-, fahnen-, schminke-, haarfarbeform. wo es geht. der schrei der wm scheint die fahrbare fahne zu sein. minifahnenmast ins autofenster hängen und losfahren. bloß nicht stehen bleiben, dann hängt die fahne ja runter. deckt sich ganz gut mit der aufforderung der “du bist deutschland”-macher, doch mal bitte zum wohle der nation richtig gas zu geben. aber ich schweife ab. highlights am freitag, kurz vor dem deutschlandspiel: fliegende bierflasche(n) im stelenfeld, “deutschland, deutschland über alles”-gesinge am stelenfeld. when will they ever learn? lange diskussionen mit ähnlich abgeneigten kollegen gehabt und zum schluss gekommen, dass dieser unreflektierte nationalismus die dümmste ausprägung des deutschtums ist. nazis sind wenigstens angreifbar, weil ihrer “provokation” bewusst, aber so minderjährige dummbratzen mit deutschlandfahne auf dem rücken … nunja. die interessanteste position hatte am freitag wohl der besucherbetreuer an der treppe, weil er via fanmeile die tore am direktesten übermittelt bekam. über den funk ging das dann ungefähr so:

bb treppe: “äh, ich glaube da ist gerade ein tor gefallen!”
bb unten: “moment, ich guck mal im ticker nach.”
eine minute später …
bb unten: “ja, stimmt. tor für deutschland.”
bb treppe: “hab ich doch gesagt.”

für die besucherzahlen am ort der information ist die wm übrigens gar nicht gut. der spruch: “die wm könnte für uns ein ganz großer flop werden” macht die runde. wer noch nicht im odi war, sollte mal kommen, wenn deutschland spielt.

der samstag verhielt sich ähnlich, allerdings verhielten sich die englischen fans wesentlich gesitteter als die eigenen landsmänner/-frauen. wer hätte anderes erwartet.

fußball selbst hab ich freitag abend gesehen (polen-ecuador, nicht weiter der rede wert, außer der offensichtlichen feststellung, dass die gruppe wohl doch nicht so leicht ist, wie die deutschen denken), dann erst wieder am sonntag. dafür aber fast die volle packung. fazit: arjen robben ist ein traum, aber ob er alleine die oranjes weit bringen kann, bezweifle ich. die mexikaner handele ich seit dem confed-cup im letzten jahr als einen geheimfavoriten, und die portugiesen haben gestern abend wohl unter postkolonialer aggression der angolaner gelitten. aber das spiel an sich fand ich höchst unterhaltsam. vor allem die genervten blicke von ronaldo …

heute abend mache ich erste gehversuche in sachen public viewing. sofern in einer kneipe fußball gucken public viewing ist. vielleicht doch eher pub viewing.

p.s.: die tore von lahm und frings waren schon der hammer. muss ich zugeben. die zweite blumentopf-raportage zur wm (mmm berichtete) gibts hier. einfach auf downloads klicken.

zustand: hunger. wieso eigentlich?
hörend: itunes jukebox

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