Die Pauli-App – Das Kochbuch im Telefon

Für all diejenigen, die sich über diesen für Merely Thinking eher ungewöhnlichen Eintrag wundern, sei folgendes voran geschickt: Ich verliere über zwei der wichtigsten Zutaten für diesen Post sonst wenig Worte hier – Ich koche sehr gern, am liebsten für Andere, und ich bin in den letzten zwei Jahren zu einem wirklichen iPhone-Fan geworden. Des weiteren sei noch gesagt, dass ich die Pauli-App, die iPhone-Version des Standardlehrbuchs für Schweizer Köche nach Philip Pauli, über Daniel Ebneter kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen habe.

Es geht also um eine iPhone-App, die man mit in die Küche nimmt, um anspruchsvolle Rezepte nachzukochen. Sie ist mit 49 Franken (35,99 Euro im deutschen Appstore) und 1.15 GB nicht ganz billig und recht umfänglich. Allerdings enthält sie auch 1250 Rezepte, die man dann mal eben so in der Hosentasche trägt – von der doppelten Kraftbrühe über Känguruh-Geschnetzeltes bis hin zur Linzertorte ist alles dabei.

Neben den Rezepten finden sich noch einige andere Unterpunkte wie ein Lebensmittelguide mit Bebilderung (aber leider ohne Informationen zu Nahrhaftigkeit usw.), verschiedene Garmethoden (Poelieren hab ich auch noch nie gehört!), einer relativ ausführlichen Ernährungslehre und Videos zu verschiedenen Aspekten des Kochens (ah, Poelieren wird auch gleich erklärt, prima!).

Vom Handling ist die App simple as can be, allein, sie überschreibt nicht die Grundeinstellungen des iPhones. Wer also wie ich nach einer Minute die automatische Standby-Funktion aktiviert hat, muss immer wieder aufs Display tippen. Die Rezepte selbst sind (wie im Buch wohl auch) leicht nachvollziehbar, mich stört nur, dass alle Zutaten in Gramm angegeben sind. Grundsätzlich sind alle Rezepte auf zehn (!) Personen angelegt, die Zutaten lassen sich dank eines Buttons unten rechts allerdings leicht auf die gewünschte Personenzahl runterrechnen.

Alle Rezepte sind unbebildert und lassen sich per E-Mail weiterversenden. Interessanter hätte ich da jedoch eine Einkaufszettel-Funktion gefunden, die es mir erlaubt, alle Zutaten eines Rezepts, die ich nicht zuhause habe, auszusortieren und gesondert (innerhalb der App) zu exportieren. Weiterhin hätte ich eine Sortiermöglichkeit der Rezepte spannend gefunden: Zum Beispiel nach gängigen Lebensmittel-Allergien wie Sellerie oder nach bestimmten Ernährungsweisen (z.B. vegetarisch). Das ist technisch sicher möglich und darf durchaus als Verbesserungsvorschlag aufgenommen werden!

Ansonsten muss natürlich jeder selbst wissen, ob man den Preis für diese App zahlen möchte – das Buch ist derweil noch teurer, es kostet 90 Franken. Und es nimmt mehr Platz weg.

1 Kommentar

  1. bei dem tweet dachte ich zunächst an den fc st. pauli und wunderte mich, dass ein fußballverein eine app hat (allerdings: warum auch nicht? für hammarby gab es auch mal ne app von der aftonbladet). insgesamt eine schicke rezension und da frage ich dich, bietet sich so etwas nicht häufiger an? iphone tipps gehen immer (gerade von vertrauten) und bei deinen kochkünsten ist es fast ein jammer, dass diese hier so selten erwähnung finden ;)

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