Liebe Lesben, Gays, Bisexuelle und Transgenders, bitte bleibt am Leben!

In Indiana hat sich ein Jugendlicher umgebracht. Soweit, so gewöhnlich, leider. Es scheint sich allerdings um einen dieser traurigerweise immer wieder vorkommenden Selbstmorde zu handeln, bei denen der Betroffene von Gleichaltrigen gehänselt, gebulliet wurde. Im Falle von Billy hier könnte es mit seinen sexuellen Präferenzen zu tun gehabt haben. Er wurde als schwul beschimpft (ob er es wirklich war, bleibt allerdings im Unklaren) und ihm wurde nahegelegt, sich doch bitte selbst ins Jenseits zu befördern. Dem kam er am 09. September schließlich nach.

Diese traurige Geschichte hat Dan Savage, offen homosexueller Sex-Advice-Kolumnist, dazu bewegt, die Kampagne It Gets Better ins Leben zu rufen. Dafür ruft er alle LGBT (usw.), die ihre Jugend überstanden haben, dazu auf, allen jugendlichen LGBTs Mut zu machen: Es wird besser werden. Ich war selbst in meiner Adoleszenz nicht der heisseste Feger auf dem Parkett und kann daher ein Stück weit nachvollziehen, wie es ist, unbeliebt zu sein.

Es ist eine beschissene Schande, dass in einem hochzivilisierten Land wie den USA – und der ganze Mist passiert nicht nur dort, sondern auch in Deutschland, und sicher auch in der Schweiz – junge Menschen andere junge Menschen nicht in Ruhe lassen können, weil deren Lebensweise nicht in ihr Spatzenhirn passt. Das muss ein Ende haben. Also. Ich sage: Es wird besser. Hang on! Wer sich berufen fühlt, ein Video zu drehen: Schickt es an mail(at)savagelove.net. Erste Ergebnisse finden sich im Youtube-Kanal der Kampagne, und hier reden Dan und sein Freund Terry über ihre Jugend, und dass es besser wird.

(Via Dangerous Minds.)

4 Kommentare

  1. Es wird aber auch wirklich zu wenig seitens der amerikanischen Regierung gemacht, um das Stichwort “Don’t Ask, Don’t Tell” (if you are not 100% straight) mal zu erwähnen, um das Thema der sexuellen Preferenzen endlich mal ernst zu nehmen! Aber was Bürgerechte und ihre Etablierung angeht, hing die USA schon immer hinterher.

  2. Ich glaube nicht, dass die Regierung da viel machen kann, ausser vielleicht gleichgeschlechtliche Partnerschaften mit denen von getrenntgeschlechtlichen gleichzusetzen. Das ist in meinen Augen eine Frage der Zivilgesellschaft. Ansonsten halte ich deinen letzten Satz für eine eher unzulässige Verallgemeinerung.

  3. Die bundesstaatlichen Regierungen sowie die Nationalregierung können extrem viel machen, denk mal drüber nach: an Schulen (Projekte, Aufklärung etc.) alleine; das mit der Gleichsetzung der “civil unions” zu “marriages”; Politiker aller föderalen Ebenen könnten ihre bigotten Masken ablegen, sich in Fernsehsendungen mal positiv zum Thema äußern; strengere Durchsetzung der Anti-Diskriminierungsgesetze. Obama hat das der LGBT community zwar versprochen (http://www.barackobama.com/pdf/lgbt.pdf), jedoch ist bis heute nichts passiert, wie auch, wenn nicht viele mitmachen wollen..

    Ich möchte da auch gar nicht über die Regierung- der Nationalregierung in Washington DC- alleine sprechen, denn die können relativ wenig tun, allein aus den Kompetenzbereichen, obliegt ihr einfach nicht die Macht dazu. Ich meinte die Regierungen auf Bundesstaatebene, und lokalerer Ebenen, direkt zeigen, dass es Homo-, Bi- Transgender gibt und dass die Leute nicht über ihre sexuelle Präferenzen definiert werden dürfen.

    Die Aufhebung von “DADT” ist zur Zeit das wohl am heissesten diskutierte Thema in den USA- wie du wohl weisst-, welches vorgestern ja leider nicht abgeschafft werden konnte; Stell dir mal vor, was das für positive Effekte auf das “Moralbild” der eher konservativen “Zivilgesellschaft” haben würde. Es würde zu einer weitaus größeren Akzeptanz kommen als ohne diesen politischen Eingriffe. “Zivilgesellschaft” funktioniert ja über ihre Repräsentanten- den Senatoren und capitol hill-Mitgliedern.

    So viele weitere Punkte, die ich noch nennen könnte, habe aber leider keine Lust grad deinen Blog vollzuschmieren und dich anzupissen.

    Und klar, der letzte Satz (“Aber was Bürgerechte und ihre Etablierung angeht, hing die USA schon immer hinterher.”) von mir, war kontrovers und verallgemeinernd,- ich muss ja auch ein wenig affektiv-plakativ schreiben, sonst hättest du nie geantwortet :) ), und sorry für die eeeewig lange rück-antwort ^^

  4. Pingback: Merely Thinking» Blogarchiv » Wird es besser, wenn Obama sagt, dass es besser wird?

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