Wird es besser, wenn Obama sagt, dass es besser wird?

Vor fast genau einem Monat habe ich erstmals über Dan Savages Kampagne “It gets better” gebloggt. Weil ich der Meinung bin, dass es völlig wumpe ist, wen du liebst, und die Gesellschaft, in der du lebst, es dir ermöglichen respektive erlauben sollte (mein Homie Alec Baldwin ist da unten mit mir). Tatsächlich, das erleben Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender-Menschen (LGBTs) tagtäglich, ganz egal wo auf der Welt, verunmöglicht die Gesellschaft immer noch weitgehend eine freie Wahl des Lebens- und Liebespartners.

Für mich ist Schwulsein vielleicht deshalb eine völlig normale Sache (so normal wie Gurkensalat oder Zähneputzen), weil mein Onkel schwul ist, und ich so von Kindheit an immer wieder mal in der Umgebung eines (schrecklich klischeehaften, sorry!) schwulen Paares war. Viele andere Menschen in der westlichen Welt sind noch nicht so weit, wie ich meine, das ich bin. Deshalb bringen sich Teenager um, wenn sie wegen ihrer sexuellen Präferenzen gequält werden.

Das - kurz gesagt – der Ursprung der “It gets better”-Kampagne von Savage. Letzte Woche sind jetzt zwei Dinge passiert, die mir etwas Hoffnung machen. Zum Einen ist scheinbar (correct me if I’m wrong!) die Don’t-ask-don’t-tell-Regelung (DADT) beim amerikanischen Militär zumindest momentan außer Kraft, zum Anderen hat Präsident Obama einen Videobeitrag zu “It gets better” geleistet.

Sicher hat er es einfach, seine präsidiale Stimme zu erheben: Die Republikaner und alle, die noch rechts von ihnen stehen, sehen in ihm eh den nächsten Hitler/Stalin/Anti-Christ, und ein bisschen billige Promo bei den liberalen Demokraten in New York und Kalifornien schlägt man sicher nicht aus.

Wichtig ist, so sagt Dan Savage im Interview mit CNN (s.u.) völlig zu Recht, dass auf die warmen (no sexist pun intended!) Worte nun auch Taten folgen. Ob DADT nun ein handfester Anfang war, bleibt abzuwarten. Sicher ist, dass Obama sich in eine Diskussion eingebracht hat, die auch und vor allem von der Zivilgesellschaft geführt werden muss. Denn Diskriminierung, ganz egal welcher Art, kann durch Politik vielleicht gemildert, aber nicht verhindert oder abgeschafft werden. Das kann nur die Gesellschaft selbst.

Im Übrigen würde ich mir einen ähnlichen Anstoß in Deutschland auch wünschen. Hier wäre es wohl am ehesten Christian Wulffs Aufgabe, in seiner Position als Bundespräsident den Mund aufzumachen. Mir scheint aber, dass sich Deutschland mit seinen mehr oder weniger offen homosexuellen Personen in der Öffentlichkeit (Guido Westerwelle, Klaus Wowereit, Anne Will, Dirk Bach, usw.) arrangiert hat, zumindest für den Moment, und einer offenen, breiten gesellschaftlichen Diskussion ausweicht. Auch eine Form von DADT, but you’re doing it wrong!

(Hat tips gehen an Nerdcore und Hurkunde.)

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