gesehen/gehört: jenny lewis, the cardigans.

zwei konzerte an zwei abenden: am mittwoch jenny lewis with the watson twins in der passionskirche, am donnerstag die cardigans im postbahnhof.

jenny lewis, die sängerin von rilo kiley, vielleicht eine der am meisten unterschätzten bands aus dem saddle-creek-umfeld, wandelt derzeit auf solopfaden. im januar brachte sie auf rough trade ihr erstes soloalbum “rabbit fur coat” heraus. am mittwoch trat sie mit unterstützung der auf komische art und weise bezaubernden watson twins in der passionskirche auf. im vorprogramm: bandmitglied jonathan rice, der vom auftreten und in punkto trunkenheit ein wenig an conor oberst erinnerte, aber sehr lustig war. er fand es äußerst amüsant, dass das konzert in einer kirche statt fand und ermahnte das publikum mehrfach, doch bitte mitzusingen, wo doch er (gemeint war der gekreuzigte jesus im altarraum) zusehe. sowohl er als auch jenny lewis nutzten die akustik der hohen kuppel und stöpselten für jeweils einen song die gitarre komplett aus und sangen ohne mikro, während sie die sitzreichen abwanderten. geht wohl nur in der passionskirche. jenny lewis selbst bot musik, die sich gar nicht so sehr von der von rilo kiley unterscheidet, höchstens, dass es noch weniger pop und mehr singer/songwriter mit countryeinschlag ist. ein schönes konzert mit soul, gospel und wehmütigen geschichten.

gestern abend dann im vollen, aber nicht übervollen postbahnhof: schwedens schönster popexport, die cardigans. den support florian horwath fand ich ja eher belanglos, und auch über den konzertpreis von 30 € war ich etwas entsetzt. dennoch: die cardigans kamen gut an und rockten schön. etwas härter, als ich gedacht hätte, aber es hat durchaus gepasst. nina persson war stimmlich voll auf der höhe, sie klingt live genau richtig. sie hat nicht unbedingt die schönste stimme, aber zur musik der cardigans passt es einfach. leider haben sie vom großartigen debütalbum “emmerdale” nichts gespielt, dafür aber alle anderen hits (“my favourite game”, “erase/rewind”, das gänsehaut verursachende “you’re the storm” und “i need some fine wine and you, you need to be nicer”). mit zwei zugaben was das konzert sogar angemessen lang. nur eins hat extrem genervt, wie auch nina persson anmerkte: “all these cameras and cell phones. this seems to be a new era.”

zustand: richtig lame
hörend: egotronic – … die richtige einstellung/jonathan rice – trouble is real

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