moslem, homosexuell, stundenweise zu mieten.

so oder so ähnlich gehts in der bibliothek der holländischen grenzstadt almelo zu. neben den regulären angeboten für bücherwürmer kann man hier seit gestern auch menschen mieten. randgruppenvertreter, um genau zu sein. so amüsant das erstmal klingt, so ernst und interessant ist der hintergrund. wer aus dem bürgerlichen (ich schließe mich da mal ein) lager würde sonst auf die idee kommen, sich mit einem drogenabhängigen zu unterhalten? welcher heterosexuelle nichtmoslem würde sich ernsthaft damit beschäftigen, wie das leben eines homosexuellen moslems aussieht? dank der initiative von jan krol, des bibliotheksdirektors, ist das in almelo jetzt möglich. stundenweise kann man die 25 angehörigen einer sogenannten randgruppe in der bibliothek treffen und sich mit ihnen austauschen. für schulklassen machen die mitglieder der “living library” auch mal außentermine – alles kostenlos. besonders gut geht scheinbar der homosexuelle moslem, in doppeltem sinne ein minderheitenvertreter. das ganze soll nicht zuletzt auch dazu dienen, vorurteile und berührungsängste abzubauen. ein guter ansatz, der zu funktionieren scheint, wie dieser bericht andeutet. vielleicht trägt das projekt ja auch zu einem besseren nachbarschaftlichen verhältnis zwischen deutschen und holländern bei: ein randgruppenvertreter ist nämlich claus jungjohann, er repräsentiert die gruppe der deutschen.

ich möchte natürlich auch zur allgemeinen verständigung beitragen und biete ab sofort meine dienste als randgruppenvertreter an: wer möchte, kann mich als geisteswissenschaftler oder tebefan mieten. stundenweise.

zustand: verschnupft
hörend: bela rethy

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