Der Guardian über den FC Sankt Pauli

Ich muss gestehen, ich bin im Moment sehr angefixt vom Guardian. In den letzten Wochen erwies sich das britische Medienhaus neben Al Jazeera als eine der verlässlichsten Quellen aus der Arabischen Welt und aus Japan, letzte Woche Freitag hörte ich einen hochinteressanten Vortrag zum Thema Data Journalism von Simon Rogers, diese Woche wies David mich auf die “New Europe“-Serie der englischen Journalisten hin.

Für “New Europe” werden einen Monat lang Dossiers zu vier europäischen Ländern angelegt, zuerst zu Deutschland (ich habe festgestellt, dass es viel interessantes, aber auch viele Mainstream-Themen gibt, die mich nicht so sehr interessieren), dann zu Frankreich, Spanien und zuletzt zu Polen. Der Output ist riesig, mein persönliches Highlight ist dieses gut zehn Minuten lange, liebevolle Portrait des “Kiezclubs” FC St. Pauli. A tiny ship of Pirates in a sea of commercialism.

5 Kommentare

  1. Ich glaube, das Medienhaus weiß einfach seine Synergieeffekte zu nutzen. Das ist mir besonders bei der Südafrikaberichterstattung aufgefallen. Da finden sich Artikel, die es in Deutschland wahrscheinlich noch nicht mal in ein Dossier schaffen würden. Das liegt, so denk ich mir daran, dass der Guardian auch an der südafrikanischen Zeitung Mail & Guardian beteiligt ist. Ähnliche Verbindungen lassen sich sicher auch für den arabischen Raum identifizieren.

  2. Hey Ali, danke für deinen Input. Ich sehe es ähnlich wie du, denke aber, dass die Breite, die die Berichterstattung des Guardian besitzt, auch mit der Weltsicht der Briten allgemein und des Guardian selbst zu tun hat. Ob das jetzt historisch-politisch bedingt ist, oder warum auch immer, ich bekomme immer wieder das Gefühl, dass man sich in Großbritannien allgemein etwas mehr dafür interessiert, was in der Welt noch so passiert (was sicherlich auch damit zu tun hat, dass man militärisch eine offensivere Rolle vertritt als beispielsweise Deutschland).

    Dazu kommt natürlich, dass der Guardian frühzeitig die Möglichkeiten der digitalen Medien erkannt und verstanden zu haben scheint. Wer sich so aufstellt wie der Guardian, ist für die Publizisten-Zukunft im Netz sicher gut gewappnet.

  3. Na klar, das denke ich sowieso auch. Immerhin ist — was ich zumindest vom Hörensagen mitbekomme — Großbritannien auch wirklich multikulturell, wodurch sich die Sicht m.E. von der unseren unterscheiden muss. In Deutschland sieht’s da ja eher etwas mau aus.

    Und wegen des, äh, neumodischen Internetkrimskrams: Also bitte, nun erwarte doch nicht von den deutschen Verlegern, dass sie sich Gedanken über die Zukunft machen. Ich bin sicher, dass die es schon über Lobbyisten schaffen werden, den Fortschritt zu verbieten. *ggg*

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