Dokus: My Brother the Islamist & America’s most hated Family in Crisis

Ich persönlich halte Religion ja ungefähr für so nötig wie eine Zahnwurzelbehandlung (auch wenn ich durchaus zu quasi-religiöser Verehrung fähig bin), religiöse Dogmen haben meiner Meinung nach in einer aufgeklärten Gesellschaft nichts zu suchen. Entsprechenden Ausschlag kriege ich, wenn ich die 120%-Nutter von der Westboro Baptist Church sehe. Das sind die, die mit ihren “God hates …” (insert: Fags, America, Jews, you, me, them, everybody, everybody) Schildern an jeder Strassenecke demonstrieren und generell ihren fatalistischen Gaga-Hass jedem ins Gesicht drücken, der es nicht hören will.

Der britische Journalist Louis Theroux hat 2007 eine Doku über die WBC gedreht und sie jetzt noch einmal besucht. Was mit den Synapsen dieser Leute ist, würde mich ja schon mal interessieren – und ich bin erstaunt, dass denen noch nichts Ernsthaftes passiert ist bei ihren Demos.

Nicht weniger interessant, und doch völlig anders, ist die Dokumentation von Robb Leech. Er ist im schönen südenglischen Küstenstädtchen Weymouth aufgewachsen und ist – wie sein Stiefbruder auch – ein ziemlicher Durchschnittsengländer. Nur: Sein Bruder ist Islamist.

“My Brother the Islamist” verfolgt den Weg von Leechs Halbbruder Richard ins Umfeld des Radikalen Anjem Choudary und bietet spannende, aber vor allem auch beängstigende Einblicke in die Welt derjenigen, die in Großbritannien einen islamischen Gottesstaat errichten wollen. Der Film besticht durch seine Unaufgeregtheit, das Sujet wirkt dadurch fast noch bedrohlicher.

Beide Filme sind – nebenbei bemerkt – von der BBC ausgestrahlt worden. Sie bestehen auf Youtube aus jeweils vier Teilen, ganz einfach zum Durchklicken am Ende eines jeden Teils. Via Nerdcore & nada/casual nothingness.

3 Kommentare

  1. mir gefällt das konzept von den westboro freaks, diese reduktion ihrer religion dahingehend möglichst viel hass gegen sich aufzubauen ist schon ziemlich klasse und irgendwie hab ich mich jetzt auch ein wenig in die dame mit dem hübsch angemalten apokalypse-zimmer verguckt…

  2. Das Apokalypse-Zimmer ist schon klasse. Sehr Teenage Angst. Das mit dem Hass und mit der Reduzierung auf “Alles ist Gottes Wille” machts ihnen natürlich einfach. Ich denke, die würden sogar noch jubeln, wenn mal einer von ihnen abgeknallt werden sollte (was mich wirklich wundert, dass das noch nicht passiert ist).

  3. Pingback: Merely Thinking» Blogarchiv » Wie man die Westboro Baptist Church an der Nase herum führt

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